platzhalterDestination NEPAL - Mit dem Kajak in Nepal
platzhalter



Der lang gehegte Traum – Kajakfahren in Nepal – wird zur Wirklichkeit.

Was wird uns erwarten?

Täuschen uns die Flußbeschreibungen nicht?

Sind die Menschen so freundlich wie in jedem Reiseführer beschrieben, ist die Landschaft so großartig und die Kultur so beeindruckend?

Werden wir gesundheitlich, konditionell sowie ohne Verletzungsausfälle das Abenteuer Nepal bestehen?


in der Annapurn-Region

am Modi Khola - Annapurna-Region


Namasté (Nepali: Grüß Gott / Auf Wiedersehen)
Wir sind in Kathmandu angekommen. Wir das sind: Thorsten, Rainer, Sepp und ich. Es ist November.
Die Sonne scheint, die Temperatur liegt bei angenehmen 25 Grad Celsius, doch in der Luft hängt Staub uns Abgasgestank.
Zur Begrüßung werden uns Kränze aus Nelkenblüten umgehängt. Wir laden unsere von zu Hause mitgebrachten Kajaks auf ein klappriges Taxi und fahren ins Touristenzentrum Thamel.
Dort treffen wir Bidur von Mountain River Rafting, mit dem wir diese Reise organisiert haben.
Bei einem Rundgang durch die Hauptstadt Nepals gewinnen wir erste Eindrücke.

Kathmandu ist wild gewachsen, verstopfte Altstadtgassen mit tausenden von Läden und Straßenhändlern, Garküchen, Hotels und Restaurants, Tempelanlagen, Gebetsstätten und Bauwerken vergangener Dynastien.
Wir halten uns 2 Tage in Kathmandu auf, versuchen den anfänglichen Kulturschock zu bewältigen und besuchen bekannte Touristenziele wie Pashupatinath oder die Stupa von Bodnath.

Aufbruch zum Karnali

Der Karnali ist der größte Fluß Nepals und liegt etwa 500km westlich von Kathmandu. Wir werden 8 Tage auf dem Fluß sein. Da es schwierig ist, für eine so lange Tour die gesamte Ausrüstung in den Kajaks zu verstauen werden wir von einem Raft, das von 2 nepalesischen Guides gesteuert wird, begleitet.

Wir bringen Unmengen an Ausrüstung zum nahegelegenen Busbahnhof, teils auf der Schulter, teils mit Fahrrad-Rikschas. Wir hatten eigentlich einen Bus in VW-Bus-Größe erwartet, sitzen aber nun in einem Gefährt, klapprig, untermotorisiert, mit Blattfederung und Platz für ca. 30 Personen. So können wir uns als 6-köpfige Truppe inklusive der zwei Raftguides entsprechend ausbreiten.

Unser Busfahrer ist ein "strong driver", so sagen unsere nepalesischen Guides: Überholmanöver trotz Gegenverkehr, egal ob in Kurven oder bergauf, bei Nebel und Dunkelheit, immer eine Hand voll Kautabak im Mund bei aus dem Lautsprecher dröhnender indischer Musik.

Das neben dem Gaspedal wichtigste Teil des Buses scheint die Hupe zu sein. Je später und dunkler es wird, desto schlechter wird auch die Straße.
Ich glaube einen guten Platz gefunden zu haben und versuche während der Fahrt auf der Rücksitzbank ein wenig schlafen zu können. Im 10-Sekunden Takt werde ich durch die Stöße bis zu 20cm hochgeschleudert um dann mit voller Wucht wieder aufzuschlagen. Plötzlich reißt die gesamte Rücksitzbank aus der Verankerung und ich liege am Boden.

Bei Anbruch der Morgendämmerung liegt gespenstischer Nebel über der Gebirgsstraße und den Garküchen am Rande des Weges. Unbeeindruckt davon rast unser Busfahrer weiter hupend Richtung Karnali.
Wir kommen an vielen Straßensperren vorbei. Manchmal zahlen unsere Begleiter, manchmal fährt der Bus einfach durch.

Jetzt erfahren wir auch, daß diese Gegend nicht ganz ungefährlich ist - Überfälle seien nicht auszuschließen. Wir werden zur Vorsicht ermahnt. Hätten wir vorher davon gewußt, wären wir in den ungefährlicheren Osten gefahren, aber jetzt sind wir hier - mittendrin. Es wird schon gutgehen!

Nach 23 Stunden Fahrt machen wir eine Rast im letzten Dorf vor der Einstiegsstelle.
Natürlich gibt es das Nationalgericht Daal Bhat, das ist Reis mit ziemlich scharfem Linsenbrei.

Sogleich stürmen Nepalis unseren Bus. Sie wollen sich durch das Tragen unserer Ausrüstung ein paar Rupies verdienen.
Unsere Führer verteilen das Gepäck auf 16 Träger, darunter sind 14-jährige Mädchen genauso wie alte Frauen und Männer. Die Träger schleppen unglaubliche Lasten. Allein die Rafthülle wiegt 80 kg, und sie trägt einer alleine.
Es geht recht munter zu und bald setzt sich die Trägerkolonne in Richtung Fluß in Bewegung.
Nach ca. 2 stündigem Marsch erreichen wir den Karnali.

Busfahrt am Karnali
Ende einer Busfahrt - am Karnali in Westnepal

Karnali

Auf den ersten Kilometern windet sich der Fluß meist ruhig, tief eingeschnitten durch den Dschungel. Hier ist von hohen schneebedeckten Bergen - so wie man sich Nepal vorstellt - nichts zu sehen.
Bald schlagen wir auf einer Sandbank unser erstes Lager auf.
Obwohl wir uns hier fernab der Zivilisation befinden, kommen immer wieder Einheimische zu unserem Lager und beobachten unser Treiben genau.

Nachdem am nächsten Morgen alles Gepäck verstaut und verzurrt ist, geht es den Stromschnellen entgegen.
Je nach körperlicher Verfassung, speziell sind hier Verdauungsprobleme – diarrhoe rapid – angesprochen, wird die Hauptroute oder ein einfacherer Weg am Rande – der chicken way – gewählt.

Karnali
am Karnali

Karnali

im Rapid "Jailhouse Rock" am Karnali

Meist fährt unser Versorgungsraft gesteuert von Khim voraus. Vor schwierigen Stellen zeigt Shankar, ebenfalls auf dem Raft, mit erhobenem Paddel die Fahrtroute an.
So kommen wir sicher durch die meisten Rapids. Nur wenige haben so beeindruckende Namen wie „God’s House“ oder „Juicer“.
In „Flip and Strip“ heißt das Kommando: "middle - left - and then far left".
Das Raft setzt sich gefolgt von Sepp und Thorsten in Bewegung, durchschlägt die ersten Brecher, bleibt jedoch entgegen der Empfehlung auf der Mittelroute und überschlägt sich am Ausgang der Stromschnelle.
Mit gemeinsamer Kraft wird das Raft wieder umgedreht – verloren haben wir nichts.

Und so sieht der Tagesablauf am Fluß aus:
Um sieben Uhr ist wecken und es gibt erst mal Tee oder Kaffee.
Danach räumt jeder seine persönlichen Sachen zusammen.
Dann gibt’s Frühstück: jeden Tag etwas anderes: mal Porridge, mal Milchreis, mal Rührei mit Gemüse, stets am Lagerfeuer gerösteter Toast.
Nach dem Frühstück und Abwasch wird das Lager abgeschlagen. Das Beladen des Rafts und das Verzurren des Gepäcks braucht ziemlich viel Zeit.
Um halb Zehn geht’s in der Regel los.
Gegen Mittag wird Lunch serviert: meistens Nudelsalat, ein Kraut- oder Karottensalat, Thunfisch und Ananas aus der Dose, Yak-Käse, Nutella und Brot.
Nachmittags gegen 3 Uhr wird das Camp aufgeschlagen.
Nach unserem Empfinden sind die Paddeletappen ziemlich kurz, aber die Reise ist so ungeheuer erholsam!
Es gibt den Nachmittagstee mit Popcorn und Keksen.
Wer will, wäscht sich im Fluß.
Wir holen Feuerholz und helfen beim Gemüse schneiden.
Gegen sechs Uhr gibt’s Abendessen, zunächst Suppe, dann das Hauptgericht, manchmal ein Dessert.
Beispiele: Spaghetti mit Käsesoße und gebratenem Gemüse, Daal Bhat mit Kartoffelgemüse und Frühlingsrollen, Nudeln mit Gemüse ... oder auch mal kleingehacktes Hähnchen, das morgens von Einheimischen gekauft, den Tag über festgebunden auf dem Raft so manche Stromschnellen miterleben mußte und am Abend dann kurzerhand gekocht wurde.

Alles zum Kochen und Trinken benötigte Wasser wird abgekocht oder jodiert. Leider kann auch dies Durchfallerkrankungen bei uns nicht verhindern. Es erwischt jeden von uns mindestens einmal. Wie Tage mit Durchfall und allgemeiner Übelkeit auf einem Wildwasserfluß erlebt werden, spare ich mir zu beschreiben.

Tiger is coming!

Rainer liegt schon im Schlafsack. Plötzlich raschelt es im Gebüsch. Unsere Führer springen sofort auf. Mit Taschenlampen wird die Umgebung abgeleuchtet. Wir sind schon recht nahe am Terai und es soll hier Tiger geben. Um die Tiger vom Lager fernzuhalten werden jeden Abend mehrere Feuer rund ums Lager gemacht. Haben die Tiger unsere Zeichen nicht verstanden?

Rainer glaubt im Schein seiner Taschenlampe ein Tigerauge funkeln gesehen zu haben.

Khim und Shankar werfen sofort mit Steinen in diese Richtung.
Plötzlich schreit Thorsten: "Aufhören - ich bin's".
Die paar blauen Flecken hast Du verdient, Thorsten!

Gegen Ende der Fahrt weitet sich das Tal, der Fluß wird ruhiger, die Stromschnellen seltener und wir genießen die Eindrücke: grandiose Landschaft, spielende Kinder am Flußufer, Einbäume, die Einheimische als Fähren benutzen.

Karnali - Unterlauf
Karnali - Unterlauf

Nach 8 Tagen und 180 km sehen wir eine mächtige Hängebrücke in der Ferne auftauchen.

Ursprünglich wollten wir ab hier noch einen Tag weiter paddeln. Der Karnali fließt ab hier durch ein breites Delta.
Das einzige Handicap sind viele bis zu 7 m lange Krokodile, die statt Stromschnellen für Nervenkitzel sorgen.
Leider oder zum Glück läßt sich eine Abholung dort nicht organisieren und so bleibt es lediglich bei einem Krokodil, das wir vor uns von einer Sandbank ins Wasser gleiten sehen.

Hier in Chisapani dürfen wir unsere Häupter im edelsten Hotel der Stadt betten. Als uns diese Unterkunft gezeigt wird, halten wir dies zunächst für einen Scherz, aber nach einem Rundgang durch die Stadt ist uns klar, daß die Standards hier etwas anders sind als gewohnt.
Im Giebel einer am Straßenrand stehenden Garküche aus Lehm stehen 5 über eine Hühnerleiter erreichbare Liegen.
Der Lehmfußboden zeigt sofort Risse und zittert angsteinflößend als wir das Lager beziehen. Ein Loch im Boden zeigt eine kleine bauliche Schwäche.
Waschgelegenheit gibt es nur im Fluß, unweit der Stelle wo Stunden zuvor das Krokodil ins Wasser glitt - Reinlichkeit muß sein.


Bardia-Nationalpark

Heute ist Dschungelwalking im Bardia - Nationalpark angesagt.

Wir fahren zunächst mit dem überfüllten örtlichen Linienbus. Dann chartern wir uns einen uralten indischen Mahindra-Jeep mit dem wir zum Nationalparkeingang holpern.

Nach umständlichster Absolvierung der Anmeldeformalitäten schleichen wir zusammen mit einem Führer durch Wälder und Schilf.
Der Anblick eines an den Fluß zum Saufen kommenden Tigers oder Nashorns bleibt uns verwehrt.
Dafür zeigt uns ein Wildschwein seine Amphibienfähigkeit beim Durchschwimmen des Flußes und jeder von uns wird als Zwischenwirt von Blutegeln mißbraucht, die sich unbemerkt von den Pflanzen fallen lassen und sofort festbeissen.
Beim Entfernen hinterlassen sie dann blutende Wunden.

Pokhara

Am nächsten Tag fahren wir mit dem Bus durch’s fruchtbare Tiefland, dem Terai, ostwärts nach Pokhara.
Pokhara ist das zweitwichtigste Touristenziel des Landes und Ausgangspunkt vieler Expeditionen.
Es gibt hier kaum Sehenswürdigkeiten. Es fehlt auch der Trubel und die Hektik Kathmandu’s.
Aber zur Erholung zwischen unseren Kajaktouren und zur Organisation der nächsten Ziele ist es hier ideal.
Ideal, um den Kampf gegen den schleichenden, uns begleitenden Gewichtsverlust wieder aufzunehmen.
Die Waffen: German bakeries zum Frühstück, internationale Gerichte mittags und abends.

Am Abend geniessen wir in einem Gartenrestaurant zusammen mit einigen Mosquitos den Ausblick auf den Fewa-See.
Für einen kurzen Augenblick tauchen sogar Annapurna 2 und Machapuchre aus den Wolken auf und erleuchten majestätisch im Licht der letzten Sonnenstrahlen.

Modi Khola und Kali Gandaki

In aller Frühe verlassen wir Pokhara mit dem Bus.
Mit an Bord sind unsere 6 Träger.
Nach 2 Stunden erreichen wir Lumle.
Von hier gehen wir einen Tag bis zur alten Brücke bei Landruk, unserem Einsatzpunkt in 1300m Höhe am Modi Khola. Der Weg, Teil der bekannten „Annapurna-Runde“, ist wunderschön, gesäumt von zahllosen Herbergen und Restaurants.

Unsere Träger schleppen schwer an unserem Gepäck.
Besonders unangenehm ist es, wenn die langen Kajaks am Boden aufschlagen, dies gibt jedesmal einen Schlag auf den Kopf.
Und immer wieder verhaken sich die Bootsspitzen in Ästen oder zu tief über den Weg gespannten Leitungen.

Modi Khola - Aufstieg
Trekking zum Modi Khola


Trekking zum Modi Khola - im Hintergrund: Machapuchre


am Modi Khola - Kinder
am Modi Khola


Es sind viele Wanderer und Träger unterwegs.
Kinder mit kleinen Verletzungen wollen verarztet werden, andere betteln um Süßigkeiten oder Kugelschreiber.

Ab und zu können wir den Modi Khola sehen.
Im Gegensatz zum Karnali ist der Modi Khola sehr klein.
Er donnert mit einem Gefälle von 30 Promille, das sind 30 Höhenmeter auf einen Kilometer Entfernung, teilweise klammartig eingeschnitten zu Tal.
Ein Katarakt geht in den nächsten über, aber alles schaut irgendwie fahrbar aus.

Am Endpunkt der Wanderung steht eine gemütliche Lodge.
Hier spendieren wir unseren Trägern ein Bier.
Wir genießen nochmal das Quäntchen Komfort und haben einen vergnüglichen Abend mit 2 Amerikanerinnen, die später eintreffen.

Zum ersten Tag auf dem Modi Khola schreibt Rainer in seinem Tagebuch: "... Die Boote sind völlig überladen und lassen sich praktisch nicht steuern. Der Fluß ist sehr steil. ... Kehrwasser anfahren kostet wahnsinnig Kraft. Nach der dritten Kurve plumpse ich quer in eine Walze und gehe um. Die Rolle ist halbherzig und mißlingt. Ich habe einen ganz üblen Schwimmer. Immer weiter werde ich gerissen, immer wieder werde ich unter Wasser gezogen. Ich habe keinerlei Überblick mehr und glaube, mein letztes Stündlein ist angebrochen. Da taucht Toni neben mir auf und schleppt mich in ein winziges Kehrwasser. An Land kann ich nicht, denn neben mir ist eine Felswand. Ich warte Minuten, bis Thorsten mit einem Seil auf der anderen Flußseite gelaufen kommt und mich hinüberzieht. Mein Boot haben die Freunde zum Glück ebenfalls bergen können, was bestimmt nicht einfach war. Ich bin fix und fertig. Die Angst sitzt mir in den Knochen. ..."

Wir sind 2 Tage auf dem Modi Kola und haben diesmal unsere komplette Ausrüstung in den Kajaks.
Die mit Gepäck bis zu 50kg schweren Kajaks sind kaum mehr manövrierfähig und das beim Modi Khola, der als technisch sehr schwerer und landschaftlich hervorragender Fluß beschrieben werden kann.
Zahlreiche Stellen müssen vom Ufer erkundet werden, aber glaubt uns, bevor man 50 kg in Form eines überladenen Kajaks über Felsen wuchtet, sucht man gerne lange nach einer möglichen Route, die einem das erspart.


Modi Khola
Modi Khola


Nachtlager am Modi Khola
unser Nachtlager am Modi Khola


Am dritten Tag erreichen wir den Zusammenfluß mit dem Kali Gandaki.
Wir müssen uns beeilen, da wir noch über 40 km vor uns haben und unser Bus schon um 16:00 Uhr am Ausstieg auf uns warten soll.
Der Kali Gandaki, der hier schon sehr groß ist, hat auf diesem Abschnitt noch einige Stromschnellen bis Wildwasser 4 (sehr schwer).
Die meisten davon werden - auch wenn aus dem Kajak nicht immer zu sehen - nach dem Motto „Wird schon gehen“ ohne vorherige Besichtigung befahren.

Eine Wasserleiche


Am Endpunkt unser Fahrt, an einer Staudamm-Baustelle, warten wir nun schon einige Stunden auf unseren Bus. Wir stellen uns schon auf eine Übernachtung hier ein, da kommt ein Pickup mit Security-Leuten angefahren.

Wir glauben, daß sie uns vertreiben wollen, aber sie wollen etwas von uns. Mit dem Fernglas haben sie auf der anderen Flußseite eine Leiche im Wasser entdeckt. Da sie kein Boot haben, bitten Sie uns - bewaffnet mit einer Polaroid-Kamera mit dem Kajak dorthin zu fahren und Fotos zu machen. Thorsten übernimmt diese Aufgabe. Auf eine Beschreibung des Zustands der Leiche, die wohl schon einige Tage im Wasser gelegen hat, verzichte ich hier.

Marsyandi

Unser nächstes Ziel ist der Marsyandi.
Auch hier erreichen wir unseren Einsatzpunkt bei Nagdi nach einer Busfahrt und eintägigem Trekking.
Unser Weg führt meist entlang des Flußes, der die letzte Herausforderung darstellen sollte.
Was wir zu sehen bekommen, schürt unsere Nervosität ein wenig.
Wenn Stromschnellen und Verblockungen schon aus der Höhe keine einfache Fahrtroute oder ein Durchkommen erkennen lassen, wie wird es dann erst im Boot sitzend sein?

Das Gespräch verstummt zunehmend.
Gepaddelt wird erst morgen und irgendwie werden wir auch diesen Fluß, der im Kajakführer in den höchsten Tönen für Spezialisten gelobt wird, hinunterkommen.Schnell ist am Ziel eine nette Unterkunft gefunden.
Der Marsyandi wird uns keine Zeit zum Warmpaddeln geben – soviel steht fest.
Im Gegensatz zum letzten Fluß kommt hier zu starker Verblockung und hohem Gefälle wieder Wasserwucht hinzu.

Auf dem Fluß läuft es besser als erwartet. Wir haben uns an die schweren Kajaks gewöhnt und geniessen die 4 Tage auf dem Marsyandi.

Marsyandi
Thorsten auf dem Marsyandi


Marsyandi
Thorsten auf dem Marsyandi


Mit einem kurzen Aufenthalt in Kathmandu geht unser Urlaub zu Ende.

In Erinnerung bleiben die Erlebnisse auf den Flüssen, grandiose Landschaftseindrücke, die haarsträubenden Busfahrten und natürlich die netten Begegnungen mit den Nepalis, die trotz ihrer Armut eine ungeheure Lebensfreude ausstrahlen. Für uns ist klar, Nepal ist mehr als eine Reise wert.

Namasté.

Kinder am Marsyandi
Kinder am Marsyandi


Infobox: Reisetipps Nepal

Anreise: Flug nach Kathmandu, Kajaks entweder im Flugzeug mitnehmen oder bei einer Raftingagentur ausleihen;
ein Touristenvisum erhält man vor Ort oder vorher in der Botschaft

Kajakfahren in Nepal: Die beste Reisezeit ist Oktober bis April. Es gibt einen sehr guten Wildwasserführer: White Water Nepal, Peter Knowles and Dave Allardice, Menasha Ridge Press.

Wenn man nur begrenzt Zeit hat, empfehle ich, sich einer lokalen Raftingagentur anzuschließen und die Transporte und evtl. Raftbegleitung organisieren zu lassen. Über email ist eine Kontaktaufnahme vor der Reise sehr schnell und effektiv. Sehr zu empfehlen ist hier: Mountain River Rafting, Kathmandu, www.raftnepal.com, info@raftnepal.com

In Nepal gibt es Wildwasser aller Schwierigkeitsgrade. Auch engagierte Anfänger können in Nepal Kajak fahren. Für Nicht-Kajakfahrer gibt es die Option auf Rafts die Flüsse Nepals zu erleben und die Kajakfahrer zu begleiten.

Impfungen: Auskunft zu aktuell erforderlichen Impfungen erteilt das Tropeninstitut in München, eine Malaria-Prophylaxe wird abhängig von Reisezeit und Zielregion empfohlen.

politische Situation: Nachdem in den letzten Jahren Maoisten-Aufstände zugenommen hatten, war Reisen in einige Gebiete Nepals (so auch in die Karnali-Region) nicht mehr möglich bzw. nicht zu empfehlen. Anfang 2003 wurde Waffenstillstand geschlossen und Reisen nach Nepal ist wieder sicherer. Viele Nepalis leben vom Tourismus und haben natürlich selbst ein gesteigertes Interesse, das den Touristen nichts passiert.

Ich würde auch aufgrund der politischen Situation empfehlen, Nepal nicht auf eigene Faust zu erkunden, sondern sich einer lokalen, mit den Verhältnissen vertrauten Agentur (s.o.) anzuvertrauen.

Infos zur aktuellen politischen Lage in Nepal gibt auch das Auswärtige Amt.

platzhalter
Fenster schließen Diashow